Salvini

Als ich in den 1980er Jahren in Berlin Religionslehrer wurde, gab es das Thema Flucht schon. Und natürlich wurde es ein Thema im Religionsunterricht, zumal sich die Kirchen positionierten und sich für das Asylrecht stark machten.

Eigentlich war unter den Schüler*innen diese Botschaft leicht zu vermitteln, aber meine Steglitzer Gymnasiast*innen brachten auch den von der äußersten Rechten lancierten Spruch mit in die Diskussion: „Das Boot ist voll!“

Die Argumentation dagegen war auch nicht schwer. Ich habe den Schüler*innen erzählt, was ich gelernt hatte, als ich meinen Segelschein gemacht habe, nämlich dass jeder Kapitän eines Schiffes unmittelbar verpflichtet ist, Menschen in Seenot zu retten, es sei denn, dies brächte das eigene Schiff und Leib und Leben von dessen Besatzung in ernste Gefahr. So legt es das Internatione Seerecht fest, gilt für alle Meere und alle Länder müssen es in nationales Recht umsetzen. Wer nicht hilft, wenn er kann, macht sich wegen unterlassener Hilfe strafbar.

Ernste Gefahr für Leib und Leben ist nicht, dass man für die Geretteten enger zusammenrücken muss oder den Proviant teilen. Ernste Gefahr heißt ernste Gefahr. Und diesen Zustand konnte man für Deutschland und seine Bevölkerung nun wirklich nicht behaupten, wenn man das Bild vom vollen Boot auf das Land anwandte.

Die Situation heute ist anders. Die italienische Regierung und ihr Innenminister versuchen die private Seenotrettung im Mittelmeer zu unterbinden und stellen das Anlaufen italienischer Häfen mit Geretteten unter Strafandrohung. Wir wollen die Geflüchteten nicht und wollen sie ertrinken lassen, denn wenn sie gerettet werden können, kommen noch mehr. Und das wollen wir nicht. So ist die Botschaft.

Ich halte das nicht für unterlassene Hilfeleistung, sondern für kaltblütige Tötung aus niederen Beweggründen. Dies als Staatshandeln.

Wer mehr wissen will lese den Artikel „Seenotrettung“ in Wikipedia (30.6.2019) und den darin verlinkten Artikel von Paolo Cuttitta: Repoliticization Through Search and Rescue? Humanitarian NGOs and Migration Management in the Central Mediterranean. Geopolitics, Vol. 23, 2018

Bleiben  zwei Sätze, die ich anfügen will: Italien und die anderen Länder am Mittelmeer dürfen nicht allein gelassen werden mit der Aufnahme der Geflüchteten. Und: Ich befürchte, dass da, wo die Rechtspopulisten an der Macht sind, ein Menschenleben nicht mehr viel gilt.

 

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Link zur Bonhoeffer-Gesellschaft

Heute gibt es mal nur einen Link: zur Seite der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft.

Ich habe an anderer Stelle in diesem Blog erzählt, dass ich im Religionsunterricht über Bonhoeffer unterrichtet habe. Die Seite der ibg wird ständig erweitert und ist, meiner Meinung nach, eine Fundgrube für Unterricht – auch für Freiarbeit der Schüler*innen.

Deshalb hier der Link zur Seite. Ich hoffe, die ibg ist damit einverstanden.

https://www.dietrich-bonhoeffer.net/ibg/

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Religiöse Toleranz – der Dalai Lama auf facebook

Tenzin Gyatso
Tenzin Gyatso – 14th Dalai Lama.
Von Christopher Michel – Flickr Archived here, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68428398 (Bildausschnitt)

Man kann über facebook viel diskutieren, weil die Firma menschenverachtende und Gewalt verherrlichende Inhalte nicht aus den Inhalten verbannt. Dafür mag es viele Gründe geben, der einfachste mag sein, dass eine redaktionelle Kontrolle Geld kostet – und das gefährdet das Geschäftsmodell von facebook.

Aber es gibt auch positive Inhalte dort. Ein Beispiel ist für mich eine kurzer Redetext des Dalai Lama, mir kürzlich „über den Weg lief“ .

Bitte anklicken: Eine Rede des Dalai Lama

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Barlach und Sansibar – wie hinkommen?

Es gibt auf diesem Blog einige Artikel zu Ernst Barlachs „Engel“ in Güstrow und zum „lesenden Klosterschüler“ in Alfred Anderschs Roman „Sansibar oder der letzte Grund“. Beide, den „Klosterschüler“ und den Engel (oder „Der Schwebende“), kann man in Güstrow besichtigen. Das geht auch ganz hervorragend mit Schulklassen, speziell von Berlin aus. Und um den Religionsunterricht in Berlin geht es ja in diesem Blog. Nach Güstrow zu fahren wäre „Lernen am anderen Ort“.

Dazu gibt es Neues zu berichten, denn die Bahnverbindung mit dem RE 5 Richtung Stralsund war lange durch Bauarbeiten unterbrochen. Das ist jetzt vorbei.
Es gibt jetzt wieder den Zug, mit dem man um Punkt 11.00 Uhr in Güstrow ist. Er fährt täglich in Berlin aus Elsterwerda kommend um
08.26 Uhr ab Lichterfelde Ost
08.33 Uhr ab Berlin-Südkreuz
08.37 Uhr ab Potsdamer Platz
08.42 Uhr ab Hauptbahnhof-tief
08.49 Uhr ab Gesundbrunnen und
09.11 Uhr ab Oranienburg.

Die letzte Information ist wichtig, weil Oranienburg noch im VBB-Tarifbereich C liegt und ab 9.00 Uhr das Berlin-Brandenburg-Ticket gilt. Das heißt, die Schülerinnen und Schüler können für die Teilstrecke in Berlin ihr normales BVG-Ticket benutzen, mit dem sie ggfs. auch in die Schule fahren. Gesundbrunnen liegt im Tarif-Bereich B, der auf der Strecke bis Frohnau reicht. Da der Zug da aber nicht hält, und man deswegen nicht genau sagen kann, wann der Zug den B-Bereich verlässt, ist nicht ganz sicher, ob Teilnehmer mit einem AB-Ticket für die Fahrt bis Oranienburg nicht einen Anschluss-Fahrschein für den Tarifbereich C brauchen. Ich werde das beim VBB erfragen und dann berichten. Der Anschlussfahrschein würde 1,50 € pro Person kosten.
Für die Fahrt insgesamt braucht man dann jeweils dazu für fünf teilnehmende Personen ein Berlin-Brandenburg-Ticket und ein Mecklenburg-Vorpommern-Ticket.  Wenn man Fahrräder mitnimmt (die man für die Fahrt zum Atelierhaus Barlachs am Heidberg in Güstrow gut brauchen kann, wenn man sie nicht in Güstrow mieten will) braucht man noch ein Fahrrad-Tagesticket, das 5,– € pro Fahrrad kostet und für den ganzen Tag gilt).

Für die Rückfahrt empfiehlt sich der Zug um 16:56 ab Bahnhof Güstrow, der z.B. um 19.16 Uhr wieder in Berlin-Hauptbahnhof ist.

Bild: Schiwago (Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.5 generisch“)
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Islam

Hier nur schnell mal zwei Links zu einer interessanten Seite bzw. einer Organisation, die sich mit interkultureller und integrativer/inclusiver Pädagogik beschäftigt.
Da gibt es auch interessante downloads von Unterrichtsmaterial, das im Religions- oder Ethikunterricht eingesetzt werden kann.

http://www.ufuq.de
http://www.facebook.de/ufuq.de

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An Alternative

to Donald’s „America First“: (see picture)

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Bilder vom Bau der Dietrich-Bonhoeffer-Gedächtniskirche in Braunschweig-Melverode

In der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche bin ich 1968 konfirmiert worden. Das Gebäude war umstritten – nicht so sehr das Gemeindezentrum, sondern die Kirche. „Saline“ nannten es manche Leute aus meiner Umgebung, und heute gibt es im Internet ein Foto der Kirche, das der Fotograph „Raketenabschussrampe“ nennt. Dabei ist das Gebäude höchst spannend und sollte vielleicht heute, mehr als 55 Jahre nach seiner Errichung, eher als architekturgeschichtliches Beispiel gesehen werden.

Die Filme, die man jetzt auf Youtube sehen kann, sind ursprünglich entweder mit einer Super-8-Kamera oder vielleicht sogar mit einer 16mm-Kamera aufgenommen. Das Geräusch im Hintergrund ist jedenfalls ein Projektor. So gesehen sind sie auch ein technikgeschichtliches Dokument.

Viel Spaß!

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