Barlach II (Kapitän Kornelius)

Wer ist „Kapitän Kornelius“?

Man weiß über die Sulptur Barlachs mit diesem Titel nicht sehr viel. Es gibt sie in zwei Ausführungen, einmal in Stukko, hier im Bild, ausgestellt im Atelierhaus in Güstrow, und einmal in Bronze.

Eine Spur habe ich gefunden. Paul Cassirer war Barlachs Galerist. De Noordwijk-Blog schreibt: „Cassirer en [Tilla] Durieux moeten in hun Noordwijkse zomerhuis verschillende grote Duitse kunstenaars hebben ontvangen. Eén van hen was in 1912 de Duitse expressionistische beeldhouwer Ernst Barlach. Zeker is ook dat hij daar in Noordwijk (of geïnspireerd door Noordwijk) een beeldje maakte („Kapitän Kornelius“) dat later in zijn nalatenschap werd teruggevonden en dat geboetseerd was naar de verschijning van een Noordwijkse vissersman.“ Übersetzt ungefähr: „Cassirer und [Tilla] Durieux müssen in ihrem Sommerhaus in Noordwijk verschiedene große deutsche Künstler empfangen haben. Einer davon war 1912 der deutsche Expressionist und Bildhauer Ernst Barlach. Sicher ist auch, dass er dort in Noordwijk (oder inspiriert durch Noordwijk) eine kleine Skulptur machte („Kapitän Kornelius“), die später in seinem Nachlass gefunden wurde und die nach einem Fischer aus Noordwijk modeliert war.“ (De Restjes 17, Paul en Tilla, a.a.O.) Barlach hat in dieser Zeit auch Portraits von der Schauspielerin Tilla Durieux modelliert, die auch in Porzelan und in Bronze ausgeführt worden sind.

Der Name „Cornelius“ ist in den Niederlanden durchaus verbreitet, allerdings mit „C“ und nicht mit „K“. So kann es schon sein, dass dieser Fischer Cornelius oder Kornelius geheißen hat. Andererseits haben die Skupturen Barlachs üblicherweise nicht die Namen der dargestellten – mit Ausnahme weniger Arbeiten, die als Portraits bestimmter Personen in Auftrag gegeben waren, wie z.B. bei Tilla Durieux. Auch haben die Figuren dann keinen individuellen Ausdruck. Der ev. Kunstdienst Erfurt schreibt anlässlich einer Ausstellung von Werken Barlachs 2003: „Auf seiner Russlandreise 1906, abseits des westlichen Kulturbetriebes, entdeckt Barlach für sich das Metaphysische und Geheimnisvolle im Alltäglichen. Die reale gesellschaftliche Gegenwart ist dabei nur Ausgangspunkt, vorübergehender Zustand einer größeren, existentiellen Dimension. […] Das Alltägliche wird exemplarisch reduziert auf die eigentlich unscheinbare, allgemeingültig menschliche Geste. Bettler werden zu Ikonen, Wanderer zu Propheten und Träumer zu Visionären“.
Kann es sein, dass hinter dem Fischer aus Noordwijk der „Kornelius“ steckt, den wir aus der Apostelgeschichte kennen, „Hauptmann Kornelius“? Der ist nach der biblischen Erzählung der erste Nicht-Jude, der von Paulus getauft wird. Mit ihm beginnt die Mission „unter den Völkern“, die „Heidenmission“ oder die Ausbreitung des christlichen Glaubens in Europa.

Die Seeleute und Fischer in den Niederlanden sind fromme Leute – bis heute. So ist es schon vorstellbar, dass Barlach der Fischer in Noordwijk vorgekommen ist, wie die Personifizierung der Erkenntnis des Petrus angesichts des Kornelius in Apg. 10,34: „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“

Kapitän Kornelius
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