Totalitarismus

 

Alfred Anderschs Roman „Sansibar“ wie auch dessen Verfilmung von Bernhard Wicki sind am ehesten zu verstehen als literarische bzw. filmische Beschäftigung mit dem historischen Phänomen und Erbe des Nationalsozialismus. Die Figuren, die darin die Handlung tragen, sind nicht historische Individuen, sondern eher Typen, Figuren, die für allgemeinere historische Gruppen und Zusammenhänge stehen. Ihr gemeinsamer Gegner sind die Nationalsozialisten, die aber gleichsam unsichtbar, wie im Nebel,  bleiben. Man könnte die Figuren mit einem Schachspiel vergleichen, bei dem die Personen des Romans alle „weiß“ sind, die Gegner sind „schwarz“, aber sie bleiben verborgen[1]. Gleichwohl droht von ihnen stets Gefahr. Im Bild des Schachspiels sind die handelnden Personen, die sich „aufeinander zu[bewegen] und voneinander weg: zwei Schritte vor, einen zurück. Sie schweben zwischen Erfolg und Misserfolg, Sieg und Niederlag, Leben und Tod. Sie sind in Zugzwang.“[2] Die Nationalsozialisten werden im Roman wie im Film nicht als solche benannt, sie sind nur „die Anderen“. Im Bild des Schachspiels: „Die Hauptfiguren sehen ihre Gegner nicht, sie ahnen sie nur. … Die Züge der schwarzen Anderen existieren nur in der Vorstellungskraft der weißen Hauptfiguren, dennoch müssen sie darauf reagieren.“[3]

Hannah Arendt hat eine „totale Herrschaft“ als die Einbeziehung aller Lebensbereiche in das System der politischen Herrschaft beschrieben[4]. Speziell für den Nationalsozialismus beschrieb sie die völlige Verkehrung der Rechtsordnung, die verbrecherische Gewalt und Massenmorde zur Regel machte. Der oben beschrieben „Nebel“, in dem „die Anderen“ agieren, mag ein Stück des Lebensgefühls beschreiben, das die Menschen während der NS-Zeit hatten. Der Roman verdichtet anhand der Figuren typische Erscheinungen der nationalsozialistischen Herrschaft: Willkür, die Verfolgung der jüdischen und anderer Minderheiten, die Rechtlosigkeit des Einzelnen, die Überwachung, das Spitzeltum. Damit beschreibt Andersch freilich auch etwas, das für andere totalitäre Systeme auch galt und gilt, und macht damit deutlich, dass eine Wiederholung keineswegs unmöglich ist.

[1] Vgl. Kai Metzger, Alfred Andersch, Sansibar oder der letzte Grund. Lektüre easy, Klett Verlag, 4. Aufl. 2004, S. 30 ff.
[2] Ebd.
[3] A.a.O., S. 31
[4] Vgl. Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft. Piper, München/ Zürich 1986 (TB). 12. Auflage. 2008.
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Rahmenplan Religion der EKBO

Das wird uns in der nächsten Zeit beschäftigen: Nachdem für die Berliner Schule ein alle Fächer umfassender Rahmenplan für die Klassen 1-10 in Kraft getreten ist, kann das Fach Religion nicht nachstehen, auch wenn es kein staatliches Fach ist. Also ist auch für Religion ein neuer Rahmenplan entworfen und beschlossen worden. Aus dem Konsistorium war zu hören, es gehe dabei um „Anschlussfähigkeit“.
Das „Amt für kirchliche Dienste“ hat nun ein Heft des „ZeitspRUng“ herausgebracht, mit dem in den neuen Plan eingeführt werden soll. Wichtig wird das für die tägliche Arbeit, wenn der neue Rahmenplan ab dem Schuljahr 2018/19 dann verbindlich wird, und für die schulinternen Curricula, die Ende desselben Schuljahres fertig sein sollen.
Hier ist der Link zum pdf-Download des Heftes:
http://akd-ekbo.de/wp-content/uploads/ZeitspRUng_2_2017_web.pdf

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Weltbilder

Bild: NASA, gemeinfei, bearbeitet
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Gruß aus Neuseeland

Gesehen in Neuseeland: St. Faith’s Anglican Church in Ohinemutu, Rotorua. 

Ohinemutu ist ein Maori-Dorf am Lake Rotorua. Ich füge noch ein paar Fotos an.

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Kirchentag an der ESBZ

Mittelstufe bewirtet die Gäste der Workshops

In der ESBZ in Berlin-Mitte waren beim Kirchentag 2017 die Bibliodrama-Workshops zu Gast. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe und einige tatkräftige Eltern haben im Schülercafé für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an alle, die mitgemacht haben!

Hier kommen ein paar Bilder.

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Oberstufe neu gestalten!

Viele Anregungen und konkrete Beispiele aus der Praxis wurden auf der Tagung der Deutschen Schulakademie am 23.3.2017 im Pfefferwerk in Berlin von Fachleuten diskutiert. Mit dabei waren die Landeselternsprecher von Brandenburg, Berlin und Baden-Württemberg, die sich einig waren: Wir brauchen
– mehr Flexibilität im Kurssystem der Oberstufe und
– das Abitur im eigenen Takt.
Mehr dazu hier auf der Homepage der Tagung

https://www.deutsche-schulakademie.de/aktuelles/aktuelle-meldung/neue-lernkultur-fuer-die-oberstufe/ 

 

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Zwei Monate Trump …

„Da gibt es eine Wortmeldung in der letzten Reihe – Ja, bitte.“

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